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Abteilung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie

Die Abteilung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie behandelt Menschen mit akuten psychischen Störungen, insbesondere mit schizophrenen Psychosen, affektiven Störungen wie Depression und Manie, Anpassungsstörungen, Angst- oder Zwangserkrankungen, somatoformen Störungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Die Patientinnen und Patienten werden mit dem Ziel betreut und behandelt, dass sie die aktuelle Erkrankung, Störung oder Krisensituation akzeptieren und bewältigen können. Außerdem soll sich das empfundene Wohlbefinden schnell verbessern und ein individuelles Störungskonzept vermittelt werden. Die Menschen sollen zudem möglichst zeitnah in ihr gewohntes Leben, in die Familie, den Beruf oder eine geeignete Tagestruktur eingegliedert werden.

Dabei nutzen wir vielfältige Angebote und Methoden des multimodalen Therapiesettings (Rücksichtnahme auf die Vielschichtigkeit der Behandlung und das Bündeln des Wissens verschiedener Personenkreise und Wissensbereiche), das ressourcen-, prozess- und lösungsorientiert ausgelegt ist. Wir beziehen die Familie, wichtige Bezugspersonen und ambulante professionelle Helfer frühzeitig mit ein. Die Patientinnen und Patienten sollen eine größtmögliche Selbstständigkeit behalten, ihre Unabhängigkeit wiedererlangen sowie über ihre Erkrankung umfassend informiert werden, um diese in den Griff zu bekommen und neuerlichen Schüben vorzubeugen. Sofern es notwendig erscheint, motivieren wir die Patientinnen und Patienten, fremde Hilfen insbesondere der ambulanten Dienste in Anspruch zu nehmen und sich ambulant weiterbehandeln zu lassen.

Dem multiprofessionellen Team gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen an. Sie arbeiten kollegial und wertschätzend zusammen und behandeln und betreuen mit ihrem Fachwissen die Patientinnen und Patienten bestmöglich. Die Tagesklinik und die Stationen werden kollegial von Oberärztinnen oder Oberärzten sowie pflegerischen Stationsleiterinnen oder-leitern geführt. Zum Team gehören außerdem Diplom-Psychologinnen und -Psychologen, Gesundheits- & Krankenpflegekräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Assistenzärztinnen und -ärzte, eine Stationsassistentin oder –assistent sowie stationsübergreifend tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Ergo-, Bewegungs- und Musiktherapie.

 

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Stationen B, E und H

Patientinnen und Patienten, die in derselben Wohngegend – also einem Sektor – in der Stadt und dem Kreis Paderborn leben, werden jeweils einer Sektorstation zugeordnet. Sollten sie im Verlaufe ihrer Krankheit wiederholt aufgenommen werden, ist so ein nahtloser Anschluss an die vorhergehende Behandlung gewährleistet. Die Patientinnen und Patienten werden von den bekannten Bezugspersonen betreut, die Station und das Personal sind ihnen bereits bekannt.

Wir nehmen Menschen zwischen 18 und 60 Jahren auf, deren Gesundheitsstörungen sich folgenden Krankheitsbildern zuordnen lassen:

  • Affektive Störungen (Manie, Depression)
  • Angst- & Zwangsstörungen
  • Belastungsreaktionen & Anpassungsstörungen
  • Ess-Störungen
  • Organisch bedingte psychische Störungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Schizophrene Psychosen
  • Somatoforme Störungen
  • Suizidale Krise

Die stationäre Behandlung von akuten psychischen Erkrankungen oder Störungen ist die Kernaufgabe unserer Stationen. Die Patientinnen und Patienten werden mit dem Ziel behandelt und betreut, dass sie die aktuelle Erkrankung, Störung oder Krisensituation akzeptieren und bewältigen können. Außerdem soll sich das empfundene Wohlbefinden schnell verbessern und ein individuelles Störungskonzept vermittelt werden. Die Menschen sollen zudem möglichst zeitnah in ihr gewohntes Leben, in die Familie, den Beruf oder eine geeignete Tagestruktur eingegliedert werden.

Unser Ziel ist es, unsere Stationen mit einer offenen Tür zu führen. Weil aber einige Patientinnen und Patienten nach den Vorgaben der Pflichtversorgung mit Unterbringungsbeschlüssen bei uns sind, müssen wir zeitweise die Stationstür geschlossen halten.

Station D1

Die Station D1 hat den Schwerpunkt Psychotherapie. Wir arbeiten störungsspezifisch mit verhaltenstherapeutischen Methoden in einer Kombination von Einzel- und Gruppentherapie. Die Verhaltenstherapie soll problematische Denk- und Verhaltensmuster aufdecken und die Betroffenen unterstützen, diese entsprechend ihrer Ziele zu verändern. Das Zusammenleben auf der Station und in der Gruppe bietet ein angemessenes Übungsfeld für neue Erfahrungen, die dabei helfen, die Probleme zu überwinden.

D1 ist eine offene Station mit 16 Behandlungsplätzen für Menschen zwischen 18 und 60 Jahren, in Absprache auch darüber hinaus. Unsere Schwerpunkte sind Angststörungen, Zwangsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, depressive Erkrankungen (häufig im Rahmen einer anderen psychischen Erkrankung), Persönlichkeitsstörungen, somatoforme Störungen, dissoziative Störungen und Ess-Störungen (mit einem Mindest-BMI von 14). Wir nehmen hingegen keine Menschen mit psychotischen Erkrankungen oder Erkrankungen mit akuter Eigen- oder Fremdgefährdung auf, da gewährleistet sein muss, dass die Patientinnen und Patienten genaue Mitteilungen und Anweisungen verstehen und umsetzen können. Sie müssen außerdem grundsätzlich belastbar sein, wenn es um die Konzentrationsfähigkeit und die Teilnahme an Gruppen geht.

Die Behandlungsdauer beträgt meist mehrere Wochen, abhängig von der Vielschichtigkeit der Erkrankung, den Behandlungszielen und dem Therapieverlauf. Die Behandlung erfolgt freiwillig und kann jederzeit beendet werden. An den Wochenenden finden Belastungserprobungen im häuslichen Umfeld statt: Ziele sind dabei Verhaltensübungen, während sich die Bedingungen verändert haben und die Menschen in ihrem wesentlichen sozialen Umfeld leben.

Der jeweilige Therapieplan wird mit den Patientinnen und Patienten einzeln vereinbart und je nach Zielschwerpunkten verändert. Sie müssen aktiv mitarbeiten und bereit zu Veränderungen sein, damit sie selbst Expertin oder Experte für ihre Problematik werden können und so das übergeordnete Ziel „Psychotherapie als Hilfe zur Selbsthilfe“ erreichen.

Station D2

D2 ist eine offene Station mit 16 Behandlungsplätzen für Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, nach Absprache auch darüber hinaus. Wir behandeln vor allem depressiv erkrankte Menschen, die eine medizinische und zugleich psychotherapeutische Behandlung benötigen.

Dazu gehören:

  • Depressive & rezidivierende depressive Störungen
  • Depressive Episoden bei bipolarer oder
  • schizoaffektiver Störung
  • Depressive Syndrome im Rahmen anderer psychischer oder somatischer Störungen, wenn die depressive Symptomatik im Vordergrund steht

Voraussetzung für die Behandlung auf unserer Station ist die Fähigkeit, sich bei Krisen selbständig zu melden. Ausschlusskriterien sind akute Selbst- und Fremdgefährdung, schizophrene Störungen und Suchterkrankungen.

Wir beziehen uns bei der Behandlung sowohl auf Hilfe durch Psychotherapie als auch auf Hilfe durch Medikamente zur Behandlung der körperlichen Ursachen. Ebenso nutzen wir im Rahmen der Behandlung z. B. auch: soziales Kompetenztraining, künstlerische Therapien, Bewegungs- und Sporttherapien und Aufklärung über die Krankheit. Hierbei werden die Patientinnen und Patienten durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleitet, die für die jeweilige Situation und das jeweilige Gebiet absolute Experten sind. So wollen wir die Patientinnen und Patienten emotional stabilisieren und die Auswirkung der Depression reduzieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station D2 unterstützen sie dabei, ihre Ressourcen zu aktivieren, die eigenen Fähigkeiten wiederzuentdecken und zu nutzen, die Belastbarkeit zu steigern sowie Bewältigungsstrategien zu entwickeln und zu aktivieren. Außerdem besprechen wir gemeinsam individuelle Frühwarnzeichen und bereiten sie auf das ambulante Hilfesystem vor. Wichtig ist uns auch, über die Krankheit aufzuklären und eine Krankheitsakzeptanz zu entwickeln. Dabei nutzen wir Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologischen Psychotherapie und systemischen Beratung.

Schon früh beginnen wir mit Belastungserprobungen zuhause, die jeweils einzeln vor- und nachbereitet werden. So können die Patientinnen und Patienten erlernte Verhaltenstechniken im häuslichen Umfeld anwenden. Auf Wunsch beziehen wir auch Angehörige, Partnerinnen und Partner oder Freundinnen und Freunde in die Behandlung mit ein. Zur Unterstützung der Kinder psychisch kranker Eltern arbeiten wir eng mit öffentlichen bzw. freien Beratungsstellen zusammen.

Abteilung Gerontopsychiatrie/Soziotherapie

In der Gerontopsychiatrie behandeln wir psychisch erkrankte Menschen ab dem 58. Lebensjahr. Die Phase des Älterwerdens ist oft mit vielen Veränderungen verbunden. Treten dann psychische Erkrankungen auf, beziehen wir bei der Behandlung stets auch die Ressourcen und Kompetenzen der Patientinnen und Patienten mit ein. Wir wollen die Symptome lindern und die Krankheit heilen bzw. beim Umgang damit helfen. Wir unterstützen die Menschen auch darin, die neue Lebenssituation zu bewältigen, alternative Perspektiven zu entwickeln, eigene Fähigkeiten wieder zu entdecken, Kräfte zu bündeln und auf persönlich wichtige Ziele auszurichten.

Die psychiatrische Diagnostik umfasst sowohl medizinische als auch psychosoziale und pflegerische Aspekte. Wir erfassen in den Untersuchungen nicht nur psychische Beeinträchtigungen, sondern auch das Ernährungsniveau, die eingeschränkte Selbsthilfefähigkeit, Mobilitätseinschränkungen oder eine Sturzgefährdung.

Nach erfolgter Diagnostik wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein einzeln abgestimmtes Behandlungskonzept erstellt. Wir wollen dabei die Angehörigen bzw. für die Patientinnen und Patienten wichtige Personen in die Behandlung miteinbeziehen. Eine Bezugspflegekraft und eine Bezugstherapeutin oder ein Bezugstherapeut begleiten durch den gesamten Behandlungsprozess, der einzel- und gruppenpsychotherapeutische, medikamentöse, sozialtherapeutische sowie bewegungs-, musik- und ergotherapeutische Angebote umfasst. Eine Mitbehandlung körperlicher Erkrankungen erfolgt durch Fachärztinnen und -ärzte der Paderborner Krankenhäuser.

Um eine passgenaue Nachsorge sicher zu stellen, wird die Entlassung pro Person vorbereitet. Dafür beziehen wir Angehörige sowie das weitere soziale Netzwerk mit ein. Wir wollen, dass die Patientinnen und Patienten dabei möglichst selbstständig handeln, ihre persönlichen Hilfebedarfe aber abgedeckt sind. Je nach Schweregrad der Erkrankung können sie zudem bei niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten oder in der Ambulanz unserer Abteilung weiterbehandelt werden. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit den psychiatrischen und psychosozialen Versorgungsdiensten der Region wie Anbietern der Tagespflege oder Betreuter Wohnmöglichkeiten sowie den ambulanten psychiatrischen Pflegediensten.

In der Abteilung arbeiten multiprofessionelle Teams, die aus fachlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen bestehen. Die Tagesklinik und die Stationen werden kollegial von Oberärztinnen oder Oberärzten sowie pflegerischen Stationsleiterinnen oder-leitern geführt. Zum Team gehören außerdem Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, Altenpflegekräfte, Heilerziehungspflegekräfte, Assistenzärztinnen und -ärzte, Diplom-Psychologinnen und -Psychologen, Diplom-Gerontologinnen und –Gerontologen, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter und Stationsassistentinnen und -assistenten. Stationsübergreifend sind Ergo- und Bewegungs- sowie Musiktherapeutinnen und -therapeuten tätig.

 

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Station G

Die Station G ist eine Station mit 21 Behandlungsplätzen und wird zum Selbstschutz der Patientinnen und Patienten sowohl mit offener als auch teilweise mit geschlossener Stationstür geführt. Hier werden Menschen ab dem 60. Lebensjahr – in einigen Fällen auch früher – behandelt, die an akuten und/oder chronischen psychischen Erkrankungen leiden. Der Schwerpunkt unserer Behandlung liegt auf Patientinnen und Patienten mit folgenden Erkrankungen:

  • Delir bei Demenz/ohne Demenz
  • Depressionen, mit und ohne wahnhafter Beteiligung
  • Organisch bedingte Psychische Störungen und Verhaltensstörungen
  • Psychosen unterschiedlichster Ausprägung
  • Suchterkrankungen im Alter
  • verschiedene Formen der Demenz, besonders vom Alzheimertyp

Die Behandlung hat mehrere Ziele: Sie soll die Symptome lindern und die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen aufklären, wie sie mit dem jeweiligen Krankheitsbild umgehen können. Außerdem sollen die Menschen mit Erkrankungen Bewältigungsstrategien erlernen, soziale Kompetenzen wiedererlangen sowie in das häusliche Milieu (Entlassung nach Hause) bzw. in eine andere geeignete Umgebung wiedereingegliedert werden. Dabei wollen wir die größtmögliche Eigenständigkeit und Selbstbestimmung erhalten und fördern.

Nach einer ausführlichen Diagnostik erstellen wir mit den Patientinnen und Patienten ein einzeln abgestimmtes Behandlungsangebot, das mehrere Bestandteile hat: die medikamentöse Einstellung, Unterstützung durch die bezugspflegerische Förderung (eine fest zugeordnete Pflegefachkraft zu einer Patientin oder einem Patienten), Einzel- und Gruppentherapien sowie ergo-, bewegungs- und musiktherapeutische Angebote umfasst. Wir pflegen dabei eine wertschätzende Haltung mit den Patientinnen und Patienten.

Angehörige können sich zu einer Angehörigenvisite anmelden, um sich über den Verlauf der Erkrankung, die Diagnostik, die aktuelle Behandlung und die Nachversorgung zu informieren. Die Angehörigenvisite findet zwei Mal in der Woche zu festgelegten Terminen statt.

Station K

Die Station K ist eine offene Station mit 21 Behandlungsplätzen. Wir behandeln akut psychisch erkrankte Menschen ab dem 58. Lebensjahr. Weil wir eine offen geführte Station sind, müssen unsere Patientinnen und Patienten Absprachen einhalten können. Wir versorgen Menschen mit

  • Abhängigkeitserkrankungen im Alter
  • affektiven Störungen (wie Depression & Manie)
  • Belastungs-, Anpassungs-, Angststörungen
  • organischen Störungen, z. T. mit depressiver und/oder paranoider und/oder demenzieller Symptomatik
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis

In der Regel befinden sich die Patientinnen und Patienten freiwillig auf der Station.

Bei allen Patientinnen und Patienten führen wir eine ausführliche Diagnostik durch. Die Ergebnisse von Voruntersuchungen werden in die aktuelle Behandlung mit einbezogen. Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten werden der Auftrag für die Behandlung geklärt und ein abgestimmter Therapieplan erstellt. Die Behandlung soll dabei an Kompetenzen der Patientinnen und Patienten anknüpfen und die Selbständigkeit stufenweise reaktivieren und fördern.

Station I

Die Station I ist mit 28 Behandlungsplätzen auf die soziotherapeutische Behandlung von allgemeinpsychiatrischen Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr ausgerichtet, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen oder Störungen bereits länger ernsthaft in ihren psychosozialen Kompetenzen beeinträchtigt sind. Außerdem behandeln wir strafrechtlich nach dem Maßregelvollzugsgesetz untergebrachte psychisch kranke Personen, die in die Gemeinde rehabilitiert werden sollen (Integrierter Maßregelvollzug).

Für das Team der Station I steht der Recovery-Gedanke im Mittelpunkt der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. Recovery kann mit Gesundung übersetzt werden und umfasst einen personenorientierten ganzheitlichen Ansatz, wie mit Erkrankungen und Lebenskrisen umgegangen werden kann. Er ist insbesondere im Bereich der Rehabilitation von Bedeutung. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt der sozialpsychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, ohne dass nur Defizite benannt und aufgezählt oder Abweichungen von einer scheinbaren Normalität definiert werden.

Ziel der Behandlung ist es unter anderem, Störungen in und mit der sozialen Umwelt zu mildern und in ein möglichst selbstbestimmtes Leben zurückzukehren. Wir gehen dabei davon aus, dass für alle Patientinnen und Patienten eine Entwicklung möglich ist. Dafür sprechen wir mit ihnen über ihre Stärken und Schwierigkeiten, schaffen eine klare Tagesstruktur, fördern die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit und erweitern ihre sozialen Kompetenzen. Auf diese Weise werden die Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten trainiert. Gleichzeitig werden so die Selbstwirksamkeit und Autonomie im Umgang mit der eigenen Erkrankung gestärkt. Diverse Gruppenangebote sollen zudem die sozialen Kompetenzen wie Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit fördern. Die Entlassung bereiten wir sorgfältig vor und beziehen ergänzende Einrichtungen mit ein. So finden wir individuell passgenaue Lösungen. Zur Rehabilitation stehen folgende weitere Angebote zur Verfügung:

  • Außenwohnen: In der Außenwohnung können sich drei bis vier strafrechtlich untergebrachte Personen im weit fortgeschrittenen Lockerungsstatus unter realen Bedingungen erproben. Sie werden weiterhin durch das therapeutische und pflegerische Team der Station I behandelt und betreut. Das außerstationäre Wohnen ist dabei ein wichtiger und notwendiger Beobachtungszeitraum, der als eine Bedingung zur Langzeitbeurlaubung dient. Dort können u. a. die eigene Leistungsfähigkeit und die Selbsteinschätzung herausgefunden werden, um später eigenständig leben zu können.
  • Forensische Nachsorge: Patientinnen und Patienten, die von der Station entlassen werden können, werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Station weiter ambulant behandelt. Die Betreuung umfasst die psychiatrische Behandlung durch Therapeutinnen oder Therapeuten, die den Menschen schon bekannt sind. Außerdem bieten wir an, dass sie durch den pflegerischen und sozialarbeiterischen Dienst begleitet werden können.
  • Haftnachsorgeambulanz: In der Spezialambulanz werden psychisch erkrankte Menschen aus dem Strafvollzug behandelt. Das Programm unterstützt sie, sich wieder straffrei in die Gesellschaft zu integrieren.

Abteilung Suchtmedizin

Die Abteilung Suchtmedizin behandelt Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Auch dann, wenn eine begleitende psychiatrische Erkrankung wie Depression oder eine Angststörung vorliegt. Die Station bietet das gesamte Spektrum einer modernen suchtmedizinischen Behandlung an, die zunächst immer die Substanzfreiheit erreichen will. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass diese Entzugsbehandlungen die Patientinnen und Patienten nicht gefährden und dass sie möglichst körperlich und psychisch unbeeinträchtigt sind. Dazu setzen wir bei Bedarf unterschiedliche Entzugsmedikamente ein bzw. führen einen gestuften Opioidentzug durch.

Neben der Abstinenz ist uns eine Motivationsbehandlung sehr wichtig. Sie zielt darauf, die Entscheidung zum Verzicht auf Rauschmittel zu festigen und Wege dorthin aufzuzeigen. Uns ist sehr bewusst, dass die Entzugsbehandlung nur den Anfang darstellt und weitere Hilfsangebote notwendig und sinnvoll sind. Darum stellen wir unterschiedliche weiterführende Hilfsangebote vor und vermitteln bei Bedarf auch. Weiterbehandlungen nach dem stationären oder teilstationären Aufenthalt zu klären und einzuleiten, ist uns besonders wichtig.

Die Behandlung möglicher psychiatrischer Begleiterkrankungen nach modernen psychiatrischen Standards ist natürlich ebenfalls ein weiterer Schwerpunkt.

Eine gute Behandlung kann nur gelingen, wenn unterschiedliche Berufsgruppen Hand in Hand für das Wohl der Patientinnen und Patienten zusammenarbeiten. Die multiprofessionellen Teams setzen sich in unserer Abteilung aus Gesundheits- und Krankenpflegekräften, Ober- und Assistenzärztinnen und -ärzten, Diplom-Psychologinnen und -Psychologen, Sozialpädagoginnen und -pädagogen und Sozialarbeiterinnen und -arbeitern und Stationsassistentinnen und -assistenten zusammen. Stationsübergreifend sind Ergo- und Bewegungs- sowie Musiktherapeutinnen und -therapeuten tätig.

 

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Station A

Die Station A führt einen suchtmedizinisch qualifizierten Entzug von Frauen und Männern mit einer Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten durch. Durch eine rasche Aufnahme soll der Suchtkreislauf unterbrochen werden. Wenn es medizinisch notwendig ist, erfolgt die Entzugsbehandlung medikamentengestützt. Darüber hinaus kann auch eine vertiefende suchtmedizinische Behandlung erfolgen, in der die individuellen Probleme aufgezeigt und weitere Maßnahmen wie eine Entwöhnungstherapie eingeleitet werden können.

Bei der Aufnahme nehmen wir eine ausführliche psychiatrisch-neurologische und allgemeinmedizinische Diagnostik vor. Die qualifizierte Behandlung erfolgt in Einzel – und Gruppengesprächen mit der Pflegekraft, der Ärztin oder dem Arzt, der Psychologin oder dem Psychologen und/oder der Sozialtherapeutin oder dem Sozialtherapeuten. Das Therapieprogramm enthält dazu ein Gruppenangebot, in dem wir die Patientinnen und Patienten u. a. über die Erkrankung, Strategien zur Rückfallvermeidung, Krisenbewältigung und weitere Unterstützungsangebote aufklären. Wir bieten außerdem im Rahmen der Therapie Entspannungs- und Genusstrainings, Ohr-Akupunktur, Ergotherapie und ein Sportangebot an. Wir vermitteln zudem weiterführende individuelle Behandlungen.

Station C2

Die Station C2 behandelt Menschen ab 18 Jahren mit Doppeldiagnosen (Sucht und Psychose). Bei vielen Menschen treten psychiatrische Erkrankungen in Kombination mit einer Abhängigkeitserkrankung auf. Dabei kann die Einnahme von Suchtmitteln der Versuch sein, sich selbst zu behandeln, oder die psychi­sche Störung wird durch den Gebrauch dieser Substanzen ausgelöst oder ver­schlimmert. Die herkömmlichen Angebote allgemeinpsychiatrischer oder suchtspezifischer Stationen reichen häufig nicht aus, um diese komplexen Störungsbilder zu behandeln. Häufige Erkran­kungsschübe und Wiederaufnahmen sind die Folge. Wir haben wegen dieser Erfahrungen eine spezialisierte Behandlungsstation geschaffen, auf der wir eine parallele Be­handlung beider Erkrankungen mit ei­nem einbeziehenden Konzept durchführen. Dadurch erreichen wir eine eingehendere Be­handlung und eine stärkere Stabilisierung, sowohl für die allgemeinpsychiatrische Erkrankung als auch für die Abhängigkeit.

Das Behandlungs- und Therapieangebot umfasst dabei die psychiatrische Diagnostik, die Entzugsbehandlung sowie die psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung der psychiatrischen Störung. Die Station bietet verschiedene suchtspezifische Gruppen- und Einzelpsychotherapien sowie Ergo-, Bewegungs- und Musiktherapie an und macht Angebote, die die Therapiemotivation fördern und stützen. Außerdem unterstützt sie auch bei der Vermittlung in eine ambulante Nachbehandlung, z. B. in unserer Suchtambulanz.

Station L

Auf der Station L werden mit 19 Behandlungsplätzen Menschen ab 18 Jahren mit einer Abhängigkeitserkrankung von illegalen Substanzen behandelt. Sie wurde im August 1992 als Station „Nadelöhr“ als eine der ersten Drogenentgiftungsstationen in NRW eröffnet – der Name lehnte sich an den biblischen Ausspruch „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr…“ an, um die großen Schwierigkeiten für die Klientinnen und Klienten zu verdeutlichen, ein opiatfreies Leben zu führen.

Wir bieten eine stationäre Entgiftung – einschließlich der Beikonsumentgiftung – an und behandeln medikamentös gestützt die Entzugssymptome und die Abhängigkeitserkrankung. Dabei legen wir viel Wert darauf, eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufzubauen. Außerdem bereiten wir die Entlassung individuell vor und unterstützen die weiterführenden Behandlungen, indem wir in Entwöhnungseinrichtungen, soziotherapeutische Einrichtungen, ambulante Therapien, Selbsthilfegruppen und Freizeitangebote vermitteln. Im Behandlungsprozess spielen neben den suchtspezifischen Schwierigkeiten auch die anderen Bedürfnisse und Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Als Besonderheit können wir auch Paare und Schwangere behandeln und eine tagesklinische Behandlung nach der regulär beendeten Entgiftung auf der Station ermöglichen. Zusätzlich bietet die Station die Chance, Menschen für die Wiedereingliederung zu behandeln und sie auf eine Verlegung in eine dauerhafte Wohnform vorzubereiten.

Zu unserer Behandlung gehören eine umfangreiche medizinisch-psychiatrische Diagnostik, die medikamentöse Behandlung sowie die pflegerische und therapeutische Bezugsarbeit. Wir bieten verschiedene Gruppen für gemeinsame Aktivitäten, Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie und unterstützende Ohr-akupunktur an.

Station C1

Die Station C1 ist eine offene Station mit 17 stationären/tagesklinischen (ganztägig ambulanten) Plätzen. Wir behandeln alkohol- und/oder medikamentenabhängige Männer und Frauen, die sich mit ihrer Suchtmittelabhängigkeit und den damit im Zusammenhang stehenden Denk-, Erlebens- und Verhaltensweisen auseinandersetzen wollen. Zusätzlich bestehende psychiatrische Erkrankungen werden mitbehandelt. Übergeordnete Ziele der Behandlung sind:

  • ein eigenverantwortliches und selbstkontrolliertes Leben führen zu können, ohne Suchtmittel zu konsumieren
  • die berufliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, zu verbessern oder zu sichern
  • die sozialen und emotionalen Kompetenzen zu verbessern

Den stationär aufgenommen Patientinnen und Patienten stehen abschließbare Ein- und Zweibettzimmer zur Verfügung. Die Station bietet einen Gruppenraum, eine Wohnküche, ein Wohnzimmer, drei Büros und einen Freizeitraum mit einem PC mit Internetanschluss für die Patientinnen und Patienten. Außerdem sind Bücher, Gesellschaftsspiele, Kicker, Darts, Tischtennisplatte, TV- und Stereoanlage auf der Station vorhanden. Die ganztägig ambulant aufgenommenen Patientinnen und Patienten können eine Wohnküche, einen Gruppenraum sowie einen Entspannungsraum nutzen.

Das Behandlungsangebot besteht unter anderem aus der psychiatrischen Diagnostik und Mitbehandlung komorbider psychiatrischer Erkrankungen, suchtspezifischen Gruppen- und Einzelpsychotherapien, Entspannungs- und Achtsamkeitstraining, Tabakentwöhnung sowie Ergo-, Musik- und Bewegungstherapie.

Besonders wichtig ist uns, dass nach der stationären oder ganztägig ambulanten Rehabilitation die Behandlung nicht einfach endet. Wir bereiten auch die Zeit nach der Therapie vor und leiten ein individuell angepasstes nachfolgendes Hilfesystem ein. Hierfür arbeiten wir mit weiteren Anbietern zusammen, zum Beispiel für Ambulant Betreutes Wohnen.